Zur nächsten Sitzung des Schul- und Kulturausschusses legt die Verwaltung eine umfangreiche Vorlage zur Entwicklung der Schullandschaft in Neunkirchen vor. Mit dieser Vorlage hat sich die SPD-Fraktion intensiv auseinandergesetzt.

Die Fraktion stellt fest, dass es sich bei dieser Vorlage nicht um ein Konzept zur „Entwicklung der Grundschulen“ (so der Titel), sondern zur Schließung der vorhandenen Standorte und zur Zusammenlegung der Schulen auf dem Rassberg handelt.

Es gibt dafür zwar verschiedene Optionen, doch es fehlt nach Meinung der Sozialdemokraten an eindeutigen, umfassenden Kriterien, an denen die einzelnen Vorschläge bewertet werden können. (Zusammenlegung aller Grundschulen, Zusammenlegung der Grundschulen Salchendorf und Struthütten, Zusammenlegung der Grundschulen Neunkirchen und Struthütten, jeweils im Gebäude der Kopernikusschule auf dem Rassberg).

Für die SPD ist wegen der sich abzeichnenden demografischen Entwicklung eine Schließung einzelner Standorte und eine Zusammenlegung nicht notwendig. Die Schülerzahlen sind stabil, um genügend Eingangsklassen bilden zu können. Alle drei Grundschulen funktionieren gut und haben in den drei Ortsteilen einen hohen Stellenwert.

Auch das vermeintliche Argument, die Schulleiterstelle in Struthütten vermutlich nach dem Ausscheiden der jetzigen Leiterin nicht wieder besetzen zu können, lässt die Fraktion nicht gelten. Eine gute Option sieht sie in der Bildung eines Teilstandorts in Struthütten.

Die Sozialdemokraten teilen voll und ganz die Bedenken der Schulen und der Elternschaft gegen die geplante Schließung (Unterschriftenaktionen und offene Petition!), solange die rechtlichen Vorgaben erfüllt werden. Die Schließung aller bisherigen Standorte hätte die Errichtung einer Zentralgrundschule mit weit über 400 Grundschülern zur Folge, was aus pädagogischer und organisatorischer Sicht wenig sinnvoll erscheint. Das ist nicht die Vorgehensweise für eine kinder- und familienfreundliche Gemeinde, wie es Neunkirchen so oft für sich in Anspruch nimmt.

Eine kommunale Prävention sollte die Folgen der demografischen Entwicklung im Blick haben, sie abmildern. Eine Schließung der Grundschulstandorte ist dabei keine geeignete Maßnahme. Stattdessen müssen in Neunkirchen die bestehenden familienfreundlichen Konzepte verbessert werden, um Familien stärker an Neunkirchen zu binden bzw. junge Familien zum Zuzug in unsere Gemeinde zu ermuntern.

Deshalb stehen die Sozialdemokraten zu ihrer schon im letzten Jahr bekräftigten Haltung:


Ein entschiedenes „Nein“ zur Schließung der drei Grundschulstandorte, ein entschiedenes „Ja“ zum Grundsatz „Kurze Beine, kurze Wege“. Wir halten wohnortnahe Grundschulen sowohl pädagogisch als auch gesellschafts- und bildungspolitisch für sehr wertvoll und wollen die Schule im Dorf lassen.

Die Fraktion fordert daher eine sorgfältige Untersuchung aller Aspekte und eine stärkere Einbindung der Elternschaft in den gesamten Entscheidungsprozess.

 

Lesen Sie hierzu auch den Artikel in der WESTFALENPOST