Zu Besuch bei den Deutschen Edelstahlwerken (DEW) war jetzt die heimische SPD-Landtagsabgeordnete Tanja Wagener. Gesprächspartner der Landtagsabgeordneten waren Mathias Rist, Geschäftsführer des Ressorts Controlling im Vorstand der DEW, Dr. Thomas Helsper, Leiter des Walzwerkes, Ernst Brühl, Leiter des Stahlwerkes am Standort Siegen, und Roland Schmidt, Betriebsratsvorsitzender der DEW.

 

Mathias Rist gab der Landtagsabgeordneten zur Einführung einen kurzen Überblick über das Unternehmen. So seien die Deutschen Edelstahlwerke mit ihren vier Standorten in Witten, Siegen, Hagen und Krefeld Teil der SCHMOLZ+BICKENBACH AG. Produziert werden überwiegend Spezialstähle wie Werkzeugstähle, Edelbau-Wälzlagerstähle sowie rost-, säure- und hitzebeständige Stähle, kurz RSH-Stähle. „Neben der Stahlerzeugung haben wir uns auch auf die Umformung, Wärmebehandlung und Bearbeitung von Stählen spezialisiert“, so Geschäftsführer Rist. „Als Stahlerzeuger in Deutschland muss man mit Qualität punkten. Gegen die Billigerzeuger aus Fernost, insbesondere gegen die staatlich subventionierten Produzenten aus China kann man sich nur mit entsprechend hochwertigen Produkten behaupten. Billiger als China können wir in Deutschland nicht produzieren, allerdings besser“, pflichtete Tanja Wagener der Spezialisierungsstrategie der DEW bei.

 

Mathias Rist, Geschäftsführer des Bereichs Controlling der DEW, Ernst Brühl, Leiter des Stahlwerkes am Standort Siegen und Roland Schmidt, Betriebsratsvorsitzender der DEW am Standort Siegen (v.l.n.r.) standen der SPD-Landtagsabgeordneten Tanja Wagener (2.v.r.) als Gesprächspartner bei der Firmenbesichtigung des Siegener Standortes der DEW zur Verfügung.

 

Nach der Stahlkrise Ende des letzten Jahrzehnts, haben sich die DEW wieder stabilisiert. „Heute arbeiten über 4000 Mitarbeiter in unseren vier Sandorten, davon rund 1180 in Siegen. Wir erzeugen 750.000 - 950.000 Tonnen Stahl pro Jahr. Die Auslastung unserer Anlagen liegt aktuell bei rund 80 %“, führte Rist zur wirtschaftlichen Lage des Unternehmens aus.

 

„Erfreulich ist, dass wir wieder Beschäftigung aufbauen und Mitarbeiter einstellen. Die Neueinstellungen erfolgen allerdings vorerst über zertifizierte Leiharbeitsfirmen, die mit uns zusammenarbeiten“, ergänzte Betriebsratsvorsitzender Roland Schmidt. Das Durchschnittsalter der Belegschaft sei mit 44 Jahren relativ hoch. „In den nächsten Jahren rechnen wir mit rund 150 altersbedingten Abgängen“, so Schmidt weiter. Der Fachkräftemangel sei auch bei Ihnen angekommen, derzeit werden 30 Personen gesucht. „Schön zu hören, dass auch rund 220 Auszubildende unter den Beschäftigten sind und sie sogar zwei Flüchtlinge ausbilden“, zeigte sich Wagener erfreut.

 

Auf Nachfrage der Landtagsabgeordneten erläuterten ihre Gesprächspartner, dass der größte Teil der Produktion am Standort Siegen in die Automobilindustrie geliefert wird. Aber auch der Maschinen- und Anlagenbau, sowie die Windenergiebranche seien wichtige Abnehmer der Stahlprodukte. „In den meisten Fällen können wir auf eine langfristige Kundenbindung zurückschauen. Fast alle namhaften Automobilhersteller und Zulieferer gehören zu unseren Kunden“, ist Geschäftsführer Rist stolz.

 

Seit 2008 wurden 50-60 Mio. € in die Modernisierung des Siegener Standortes investiert. Das Russlandembargo sei kein Thema für DEW, allerdings mache ihm die Abschottungspolitik der neuen US-Regierung schon Sorgen, antwortete Rist auf eine Frage von Wagener.

Im Anschluss an das Gespräch führten Dr. Thomas Helsper und Ernst Brühl die Landtagsabgeordnete fast zwei Stunden durch das Walzwerk und das Stahlwerk. „Für diese außerordentlich interessanten Einblicke möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken“, verabschiedete sich Wagener abschließend.