2016 hat die Agentur für Arbeit Siegen 12,64 Mio. Euro in die Berufsbildung der Menschen investiert. 2017 wird sie noch einmal 3 Mio. Euro mehr und damit insgesamt 15,685 Mio. Euro für Qualifizierung und Ausbildung in die Hand nehmen. Darauf wies Dr. Bettina Wolf, bis vor wenigen Tagen Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Siegen, in einem Gespräch mit den SPD-Abgeordneten Falk Heinrichs (MdL), Tanja Wagener (MdL) und Willi Brase (MdB) hin.

 

 

Dr. Bettina Wolf betonte: „Diese Anstrengungen sind wichtig. Der durchschnittliche Bestand an offenen Stellen lag 2016 im hiesigen Agenturbezirk bei knapp 2.900 – ein Rekordwert. Daran wird aber auch deutlich, dass die Stellen länger unbesetzt bleiben, weil es den Betrieben schwerer fällt, geeignete Fachkräfte zu finden.“ Ein Problem sei, dass gut zwei Drittel der Arbeitslosen eine Helfertätigkeit suchen, aber nur jede vierte der gemeldeten Stellen für Helfer ist. Tanja Wagener, Willi Brase und Falk Heinrichs erklärten: „Unsere Wirtschaft benötigt insbesondere Fachkräfte. Leider fehlen vielen arbeitslosen Menschen die notwendigen Qualifikationen. Es ist gut und lobenswert, dass die Agentur für Arbeit Siegen hier versucht, mit aller Kraft gegenzusteuern.“

 


Dr. Bettina Wolf (2.v.r.), bisherige Chefin der Agentur für Arbeit Siegen, informierte die SPD-Abgeordneten Willi Brase, Tanja Wagener und Falk Heinrichs (übrige Personen v.l.n.r.) an ihrem letzten Arbeitstag in Siegen über aktuelle Entwicklungen auf dem Arbeitsmakt im Kreis Siegen- Wittgenstein

 

Die durchschnittliche Arbeitslosenquote in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe betrug im vergangenen Jahr 5,0 Prozent, 0,1 Prozent weniger als 2015. „Das ist die weiterhin drittniedrigste Quote in NRW“, äußerten sich die SPD-Abgeordneten erfreut. Einen Rückgang (2015/16) verzeichnete die Agentur insbesondere bei Frauen (-5,9 Prozent) sowie bei Langzeitarbeitslosen (-7,5 Prozent), eine Zunahme dagegen bei ausländischen Arbeitslosen (+18,5 Prozent). Hier spiegelt sich natürlich der starke Zustrom an Flüchtlingen wider. Darauf zurückzuführen ist auch ein geringfügiger Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den unter 25-jährigen (U25).

 

Dr. Bettina Wolf hob weiter hervor, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im hiesigen Agenturbezirk seit 2009 um rund 10,5 Prozent auf 167.000 (am 31.12.2015) angestiegen ist – Tendenz weiter steigend. Mit über 67.000 Beschäftigten ist das Verarbeitende Gewerbe mit großem Vorsprung gegenüber anderen Erwerbszweigen am stärksten vertreten. „Dieser nach wie vor hohe Industriebesatz ist das Markenzeichen unseres Kreises Siegen-Wittgenstein und ganz Südwestfalens“, unterstrich Willi Brase. Falk Heinrichs fügte hinzu: „Südwestfalen ist heute die industriestärkste Region Südwestfalens. Hier findet noch echte Wertschöpfung statt. Diese gesunden Strukturen gilt es auch künftig zu sichern.“

 

Tanja Wagener sprach die Personalausstattung im Pflege- und medizinischen Bereich an. Ein akuter Mangel an Pflegekräften in den Krankenhäusern der Region sei für die Agentur nicht messbar, was aber auch daran liege, dass die Krankenhäuser ihre offenen Stellen dem Arbeitsamt nicht regelmäßig melden würden, so Dr. Bettina Wolf. Tanja Wagener: „Zu begrüßen ist aus meiner Sicht, dass es künftig die gemeinsame Pflegeschule des Kreisklinikums, des St. Marien-Krankenhauses und der DRK-Kinderklinik geben wird. Gute und attraktive Ausbildungsbedingungen sind wichtig, um künftig mehr junge Menschen für die Pflegeberufe zu gewinnen.“ Die Gesprächspartner waren sich zudem einig, dass die Bemühungen um eine Sicherung der hausärztlichen Versorgung im ländlichen Bereich weiter verstärkt werden müssen.

 

Die drei SPD-Politiker dankten Dr. Bettina Wolf, die zur Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit nach Frankfurt wechselt, abschließend für die „stets gute und enge Zusammenarbeit“ in den zurückliegenden Jahren.