Sie besuchen den Siegerland-Flughafen in einer spannenden Phase“, begrüßte Geschäftsführer Henning Schneider jetzt Tanja Wagener (SPD-MdL). Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion auf Kreisebene über Fortbestand oder Schließung des Regionalflughafens informierte sich die SPD-Landtagsabgeordnete auf der Lipper Höhe.

 

Beide Gesprächspartner waren sich einig, dass die derzeitige Ungewissheit, ob und wie es mit dem Airport nach 2017 weitergehen soll, Investoren verunsichere und daher für die weitere Entwicklung „äußerst kontraproduktiv“ sei. Tanja Wagener erklärte: „Die Grundsatzentscheidung des Kreistags, die auf aktueller Datenbasis getroffen werden muss, erfordert zwar ein hohes Maß an Sorgfalt, sollte aber möglichst zeitnah getroffen werden, damit der Flughafen und die ortsansässigen Luftfahrt- und sonstigen Unternehmen schnell Planungssicherheit bekommen. Bei dieser Entscheidung muss der volkswirtschaftliche Nutzen des Flughafens für die gesamte Region sorgfältig gegenüber dem jährlichen Defizit in Höhe von rund 1,7 Mio. € abgewogen werden. Dies gilt umso mehr, da eine Schließung wohl irreversibel wäre.“

SPD-Landtagsabgeordnete Tanja Wagener traf Henning Schneider, den Geschäftsführer des Siegerlandflughafens.

 

Flughafen-Geschäftsführer Henning Schneider machte deutlich, dass er zwar die Chance sehe, das jährliche Defizit künftig durch mehr Flugbewegungen zu verringern, räumte jedoch ein, dass sich die Gewinnzone auch auf längere Sicht nicht erreichen lassen werde. Schneider verwies darauf, dass die meisten kleineren Flughäfen auf öffentliche Zuschüsse angewiesen sind. „Nur den ganz großen Airports, die über sehr hohe Passagierzahlen verfügen, gelingt es, durch ihre nicht luftfahrtspezifischen Einnahmen – z.B. durch Parkgebühren und Pachterlöse in ganz erheblicher Größenordnung – ‚schwarze Zahlen‘ zu schreiben“, betonte Henning Schneider im Gespräch mit Tanja Wagener.

Der Siegerland-Flughafen sei ein klassischer Geschäftsflughafen ohne Linienverkehr, „der sich hier auch künftig nicht kostendeckend etablieren lässt“, so der Geschäftsführer. „Aber wenn Personen oder Güter besonders schnell transportiert werden müssen, bietet der Siegerland-Flughafen den regionalen Unternehmen jederzeit flexible und passgenaue Angebote“, warb Schneider für den Fortbestand des Flughafens. Insbesondere die Automobilzulieferer der Region seien gerade im Frachtbereich nicht selten auf schnelle Lösungen dieser Art angewiesen.

Darüber hinaus waren sich Wagener und Schneider einig, dass auch eine Schließung des Flughafens mit Folgekosten verbunden wäre. Laut Schneider sind etwa die Rückforderung staatlicher Fördermittel, die z.B. für das 1999/2000 installierte Instrumenten-Landesystem (ILS) gewährt wurden, oder auch Schadensersatzforderungen der am Flughafen ansässigen Unternehmen möglich.