Falk Heinrichs, heimischer SPD-Landtagsabgeordneter und Mitglied des Innenausschusses, besuchte jetzt die Polizeiwache in Bad Berleburg. Seine Gesprächspartner waren der Leiter der Wache, Bernd Dickel, und einige „seiner“ Beamten.

Dickel und seine Kollegen berichteten dem Abgeordneten, dass die Einsatzbelastung der zurzeit 30 in Wittgenstein im Wachdienst tätigen Polizisten 2015 im Vergleich zum Vorjahr 2014 gestiegen sei. So hätten die beiden Flüchtlingsunterkünfte des Landes in Bad Berleburg und Bad Laasphe zusätzliche Aufklärungsmaßnahmen und Schichten zur Folge. Dennoch: In Bad Berleburg und auch den übrigen Kommunen des Kreisgebiets, die über größere Flüchtlingsunterkünfte verfügen, ist die Kriminalität im vorigen Jahr zurückgegangen. So sank die Zahl der insgesamt registrierten Straftaten in Bad Berleburg von 839 (2014) auf 815, in Bad Laasphe von 536 (2014) auf 457 im Jahr 2015.

Falk Heinrichs (MdL) lobte die Wittgensteiner Polizei und betonte: „Sie leisten eine hervorragende Arbeit. Eine Herausforderung ist sicherlich die große Fläche, für die Sie verantwortlich sind.“ Unterstützung muss in besonderen Einsatzlagen bei den relativ weit entfernten Wachen in Kreuztal, Winterberg oder notfalls auch im hessischen Biedenkopf angefordert werden.

Bernd Dickel wies darauf hin, dass es in Wittgenstein nur relativ wenige Tageswohnungseinbrüche gibt. Dazu erklärte Falk Heinrichs: „Das liegt vor allem auch daran, dass die Nachbarschaften hier noch funktionieren. Dennoch hat die Zahl der Wohnungseinbrüche 2015 leider auch im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein zugenommen, aber die Wahrscheinlichkeit, in unserer eher ländlich geprägten Region Opfer einer solchen Straftat zu werden, ist weiterhin deutlich geringer als in den großen Ballungszentren.“ Erster Polizeihauptkommissar Bernd Dickel stimmte dem zu und meinte: „Hier ist die Welt eigentlich noch weitgehend in Ordnung.“

SPD-Landtagsabgeordneter Falk Heinrichs (vorne links) mit dem Leiter der Polizeiwache Bad Berleburg, Bernd Dickel (hinten links), und weiteren Beamten der Wittgensteiner Dienststelle.

Die Wittgensteiner Polizei wird täglich durch Beamte einer Hundertschaft der Bereitschaftspolizei aus Brühl unterstützt. „Diese Lösung ist zwar nicht optimal, aber natürlich möchten wir auf diese stundenweise Verstärkung nicht verzichten“, betonte Dickel. „Mit dieser Unterstützung soll nicht zuletzt dem subjektiven Sicherheitsbedürfnis der Menschen hier in Wittgenstein Rechnung getragen werden. Die Bürger wollen mehr Polizei auf den Straßen sehen“, ergänzte Falk Heinrichs. Er wies darauf hin, dass die Landesregierung plane, kurzfristig landesweit 500 zusätzliche Polizeibeamte auf die Straße zu bringen, auch, indem es älteren Beamten künftig unter bestimmten Voraussetzungen ermöglicht werde, ihre aktive Dienstzeit um bis zu drei Jahre zu verlängern.

Zudem würden 2016 über 1.900 Polizeibeamtinnen und -beamten neu eingestellt und ausgebildet. „Das ist ein erneut ein Rekord. Damit werden die Versäumnisse der schwarz-gelben Vorgängerregierung auf diesem Gebiet korrigiert, und es wird sichergestellt, dass die Pensionierungen im Bereich der Polizei bei uns weiterhin – wie schon seit einiger Zeit – mehr als ausgeglichen werden“, unterstrich der SPD-Innenpolitiker. Heinrichs kritisierte, dass die NRW-Polizei Woche für Woche in anderen Bundesländern, z.B. bei den Pegida-Demonstrationen in Sachsen, aushelfen müsse. „Das muss sich ändern. Auch andere Bundesländer müssen mehr Polizeibeamte einstellen und ausbilden“, forderte Falk Heinrichs.

Weitere Themen, die der SPD-Politiker mit den Wittgensteiner Polizeibeamten diskutierte, waren die Frage der Einführung von Body-Cams sowie eine mögliche Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte.