Zu Ihrer turnusmäßigen Jahreshauptversammlung hatte der SPD-Ortsverein Struthütten in die Mehrzweckhalle Struthütten eingeladen. Über eine hohe Teilnehmerzahl konnte sich der Vorsitzende Gerd Scholl freuen.

In einer Schweigeminute gedachten die Genossinnen und Genossen dem kürzlich gestorbenen Urgestein der Struthüttener Sozialdemokraten, Erich Schweitzer, der von 1972 – 1974 1. Vorsitzender, 1974 – 1980 2. Vorsitzender und 1984 – 1988 Beisitzer der SPD Struthütten war. Bis zuletzt hatte Erich am Parteileben teilgenommen.

Eine „kleine“ Ehrung mit einem Präsent galt langjährigen Mitgliedern der Struthüttener Sozialdemokraten. Es wurden geehrt: Ernst-Otto Meyer, Rudolf Puchinger und Willi Schwarz für 50-jährige Treue zur SPD sowie Gertraude Paul für 25 Jahre Mitgliedschaft. Besonders hervorgehoben wurde, dass Gertraude seit nunmehr 22 Jahren das Amt der Kassiererin bekleidet. Rudolf Puchinger konnte aus gesundheitlichen Gründen an der Versammlung nicht teilnehmen. Die eigentliche Ehrung mit Überreichung der Ehrenurkunden und Ehrennadeln wird am 11. Oktober durch den Gemeindeverband in einem größeren Rahmen und zusammen mit den Jubilaren aus den anderen Ortsvereinen im Otto-Reiffenrath-Haus durchgeführt.

Die Jubilare wurden geehrt (v.l.n.r.): Willi Schwarz (50 J. Mitglied), Gertraude Paul (25 J Mitglied, 22 Jahre Kassiererin), Alfred Becker (29 J. Vorstandsarbeit, Ehrenvorsitzender), Gerd Scholl (1. Vorsitzender), Ernst-Otto Meyer (50 J. Mitglied)

Mit einem Präsentkorb ehrten die Genossen ihr langjähriges Vorstandmitglied Alfred Becker, der angekündigt hatte aus Altersgründen nicht mehr für ein Vorstandsamt kandidieren zu wollen. 19 Jahre lang (1987 – 2006) war Alfred Becker Vorsitzender der SPD Struthütten, sowie 2006 bis dato deren Schriftführer. Er ist seit 2006 Ehrenvorsitzender des Ortsvereins. 2015 wurde ihm - im Rahmen der 50-Jahr-Feier des Ortsvereins - die höchste Auszeichnung der deutschen Sozialdemokratie zu Teil, die Willy-Brandt-Medaille in Gold.

Gerd Scholl berichtete über den Antrag des SPD-Ortsvereins zur Aufnahme des Projektes „Aussichtsturm auf dem Hohenseelbachskopf“ als länderübergreifendes LEADER-Projekt. Zur Durchführung ist die Gründung eines Fördervereines geplant, der sich aus Privatpersonen, Unternehmen der Region, örtlichen und überregionalen Vereinen, Verbänden und Institutionen zusammensetzen soll, die sich mit der Geschichte, Kultur und Wirtschaftshistorie beschäftigen sowie dem naturnahen Tourismus unserer 3-Länder-Eck-Region verbunden sind. Damit wird ein Projekt aufgegriffen, das bereits 2007/2008 auf Anregung von Dr. Günter Michel in den Rat der Gemeinde Neunkirchen eingebracht, seinerzeit aber wegen der angespannten Haushaltslage nicht weiter verfolgt wurde.

Alfred Becker führte sodann in seinem Rechenschaftsbericht des Vorstandes noch einmal die diversen Aktivitäten des Ortsvereins im abgelaufenen Jahr auf. So u.a. die Vorbereitung und Durchführung der jährlichen Winterwanderung und des Kinderfestes auf dem Spielplatz Ulmenstraße sowie die Beteiligung an Aktivitäten des Gemeindeverbandes. Als Lohn dieser Arbeit konnten neue Mitglieder begrüßt werden.

Der Vorstand bei der Arbeit (v.l.n.r.): Jürgen Jung (2. Vorsitzender u. Schriftführer), Alfred Becker (Ehrenvorsitzender), Gerd Scholl (1. Vorsitzender), Gertraude Paul (Kassiererin)

Anschließend wurden die turnusmäßigen alle 2 Jahre stattfindenden Vorstandswahlen durchgeführt. Diese brachten folgende Ergebnisse: 1. Vorsitzender: Gerd Scholl, 2. Vorsitzender Jürgen Jung (zugleich auch Schriftführer), Kassiererin: Gertraude Paul, Beisitzer/innen: Gisela Becker, Wolfgang Kroll, Dr. Günter Michel, Arno Schneider, Theo Schneider, Petra Scholl.

Gisela Becker und Gerd Scholl konnten anschließend von der Arbeit im Rat der Gemeinde berichten. Trotz aller Sparanstrengungen musste im Haushalt ein Defizit von 2,3 Mio. Euro vorgesehen werden. Größte Einzelinvestition ist die schon seit vielen Jahren seitens der SPD Struthütten geforderte Straße zur Anbindung des Industriegebietes „Im Wiesengrund“ an die „Untere Daadenbach“ (oberhalb des Flüchtlingsheims). Dadurch ist eine wesentliche Entlastung vom LKW-Verkehr am Engpass Hellerbrücke/Einmündung Wiesengrund zu erwarten. Zudem ist dann endlich ein Bypass geschaffen bei Behinderungen auf der Kölner Straße zwischen Abzweigung Hohenseelbachstraße und Hellerbrücke Struthütten.

Diskutiert wurden auch die weiterhin angespannte Haushaltslage und die sich daraus ergebenden Konsequenzen. Gerd Scholl wies darauf hin, dass ein Kaputtsparen der vorhandenen Infrastruktur und auch eine weitere Reduzierung der Angebote für die Bürgerinnen und Bürger (Bücherei, Freizeitbad, usw.) nicht stattfinden dürfe. Aus eigener Anstrengung könne die Gemeinde - und auch die anderen in gleicher Weise betroffenen Kommunen - der Schuldenfalle nicht entrinnen. Er forderte ein gemeinsames, parteiübergreifendes Auftreten aller Kommunen gegenüber Land und Bund mit dem Ziel, eine Gemeindefinanzreform einzufordern. Ziel muss es sein den Kommunen weitgehend konjunkturunabhängige Einnahmen zu sichern, sowie die Gegenfinanzierung der ihnen übertragenen Aufgaben sicher zu stellen. Erst dann ist wieder „Luft zum Atmen“ geben und nur so können der stattfindende Substanzverlust der gemeindlichen Einrichtungen aufgehalten und dringend notwendige Investitionen durchgeführt werden.

Nach dem offiziellen Teil saßen die Struthüttener Genossinnen und Genossen noch einige Zeit zusammen und diskutierten bei einem kleinen Imbiss aktuelle politische Themen insbesondere aus der Kommunalpolitik.